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Frakturversorgung

Übersicht

Ein Unfall oder ein Sturz beim Sport: oft sind es solche Ursachen, die durch eine kurzzeitige mechanische Gewalteinwirkung zu einem Knochenbruch führen. Ist das Knochengewebe schwach, z.B. durch Osteoporose („Knochenschwund“), kann ein Knochen auch schon bei einer leichteren Krafteinwirkung brechen.

Details

Ein Knochenbruch und seine Heilung laufen in der Regel immer nach demselben natürlichen Prozess ab. An der Bruchstelle, wo Knochenrinde (Kortikalis), das Knochenmark und unter Umständen auch das umgebende Weichteilgewebe durchtrennt werden, bildet sich zunächst ein Bluterguss und eine Entzündungssituation für mehrere Tage. In dieser Zeit „rüstet der Körper auf“ und bringt seine Selbstheilungskräfte in Gang: Im Bruchspalt bildet sich in den nächsten 3-4 Wochen neues, noch weiches Knochengewebe („weicher Kallus“) und beginnt die Bruchstelle zwischen den Knochenfragmenten zu überbrücken. Durch Mineralisation – Einlagerung von Kalzium etc. - wird der weiche Kallus hart und baut sich nach und nach in Lamellenknochen um. Der Knochen ist wieder voll belastbar, die Frakturheilung ist abgeschlossen.

Egal, ob der Knochen bei einer einfachen Fraktur glatt in zwei Teile bricht oder z.B. bei einer Trümmerfraktur in mehrere, teilweise kleine Fragmente splittert: In den meisten Fällen muss ein erfahrener Unfallchirurg die Einzelteile präzise refixieren, damit der Knochen wieder stabilisiert und korrekt zusammen wachsen kann und nicht etwa eine Fehlstellung des Knochens entsteht.

In einem operativen Eingriff wird die Biomechanik der betroffenen Knochen wieder hergestellt. Auf welche Weise dies geschieht, entscheidet der Operateur mit Blick auf die Art und Komplexität des Bruches, der Gesamtzustand und das Alter des Patienten, evt. Nebenerkrankungen und / oder weitere (Unfall-) Verletzungen.

 


Marknagelosteosynthese

Die moderne Unfallchirurgie hält dafür spezielle traumatologische Implantate und Verfahren bereit. Für komplexe Fälle der grossen Röhrenknochen (Oberschenkel, Schienbein, Oberarm) gibt es zum Beispiel das Verfahren der so genannten Marknagelosteosynthese: Ein Nagel wird während eines operativen Eingriffs in den Markraum des Röhrenknochens eingeführt („intramedullär“, die Knochenfragmente werden regelrecht „aufgefädelt“. Mit Hilfe von speziellen Schrauben werden die einzelnen Knochenfragmente zurück an die Bruchstelle gezogen („Kompression“), damit sie an ihrem Ursprungsort wieder anwachsen. Die Operation endet mit der „Verriegelung“ des Marknagels: Er wird am unteren Ende mit Schrauben im Knochen fixiert, um das Konstrukt ruhig zu stellen und gegen Rotation zu schützen.

 


Die TRIGEN SURESHOT Technologie: Mehr Sicherheit und Präzision bei der Marknagelosteosynthese

Für die Marknagelosteosynthese und vor allem für die abschliessende Verriegelung des Nagels benötigt der Operateur bislang viel Erfahrung. Während des Eingriffs kann er nicht in den Körper des Patienten hineinsehen und benötigt einen „Bildwandler“ als Unterstützung. Dieses Röntgengerät macht die Röntgenaufnahmen während der OP in Echtzeit auf einem Bildschirm sichtbar, damit sich der Operateur im Raum orientieren und die Instrumente im Körper des Patienten führen kann.

Dieses, von den Experten als „Freihandtechnik“ bezeichnete Vorgehen bei der Verriegelung birgt einige Herausforderungen für Arzt und Patient. Beide sind durch die Verwendung des Bildwandlers einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Klinische Studien ergeben eine Strahlenexposition zwischen 15 Sek. und 2,7 Min. alleine für die Verriegelung am Ende des Eingriffs.

Daneben spielt die Dauer der Operation eine wichtige Rolle: Der Bildwandler muss mehrfach positioniert und umgeschwenkt werden. Das kostet Zeit, verlängert den Eingriff deutlich und steigert das Infektionsrisiko für den Patienten. Abschliessend ist es – bei aller Erfahrung des Arztes – eine Freihandtechnik. Positionsfehler bei komplexen Brüchen sind nicht auszuschliessen.

Mit dem neuen magnetfeldgeführten „Sureshot“ Instrumentarium, das den Operateur bei der Verriegelung des Bruchs unterstützt, ist das nun anders. Im Marknagel verläuft eine Empfängersonde. Am Gegenstück, der Bohrhülse für die Verriegelungsschraube, befindet sich ein Sender, der ein elektromagnetisches Feld erzeugt. So kann er dem Operateur anzeigen, wohin er die Schraube im Raum führen muss. Das System berechnet die dreidimensionale Position und Achsausrichtung des Bohrers zum Schraubenloch des Marknagels. Eine Schnittstelle mit Monitor verbindet Sender und Empfänger miteinander und zeigt in 3-D die Ausrichtung des Bohrers in Echtzeit.

Für den Arzt und den Patienten bedeutet das eine deutliche Entlastung: Die Schraube kann nicht nur präzise und sicher fixiert werden. Die Verwendung des Bildwandlers bei der Verriegelung wird überflüssig, so dass sich die Strahlenbelastung während des Gesamt-Eingriffs deutlich reduziert. Die OP-Dauer sinkt und die damit einhergehenden Belastungen und Risiken für den Patienten.

Plattenosteosynthese

Ein weiteres Verfahren ist die Plattenosteosynthese: Hier sorgen spezielle, anatomisch vorgeformte Platten aus hochwertigen Titanlegierungen oder aus Implantatstahl für die Schienung des Knochens. Diese erfolgt „extramedullär“, d.h. sie werden auf die Knochenrinde aufgeschraubt, überbrücken die Bruchstelle und ziehen die Knochenfragmente auf diese Weise anatomisch korrekt zusammen.

Externe Fixation

Wenn bei komplexen Knochenbrüchen und besonders bei schwerverletzten Patienten, die aufgrund der Verletzungen zunächst intensivmedizinisch betreut werden müssen, weder die Marknageltechnik noch die Plattenosteosynthese zum Einsatz kommen können, nutzen viele Unfallchirurgen einen externen Fixateur. Auch mit diesem Implantat werden die Knochenfragmente in ihre Ursprungsform zurückgebracht und stabilisiert: Dabei werden durch kleine Hautschnitte Gewindestangen (sogenannte Pins) und Drähte in die Knochenbruchstücke eingebohrt. Sie ragen durch die Haut nach aussen. Mit Hilfe dieser Pins und Drähte lässt sich der Bruch von aussen wieder einrichten. Die Pins werden ebenfalls ausserhalb des Körpers mit Ringen und/oder Stäben miteinander verschraubt, um den Bruch zu stabilisieren. Ein solcher extern angelegter Fixateur-Rahmen sieht zwar spektakulär aus, verursacht aber keine Schmerzen. Er bietet zudem den Vorteil, dass der behandelnde Arzt im weiteren Behandlungsverlauf schrittweise kleine Korrekturen von aussen vornehmen kann, ohne dass der Patient unter Narkosebedingungen operiert werden muss. Die Technik der externen Fixation wird benutzt, um Knochenfehlstellungen millimeterweise über mehrere Tage und Wochen zu korrigieren. Knochenbrüche können mit dieser Technik sehr gut zur Ausheilung gebracht werden. Da der externe Fixateur auf längere Sicht wenig komfortabel für den Patienten ist, wird er in der Regel in einem zweiten Eingriff entfernt, sobald es die Erkrankung und der Zustand des Patienten zulässt. Die endgültige Ausheilung erfolgt dann mit einem Marknagel oder einer Plattenosteosynthese