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Details zum Eingriff

Narkoseverfahren

Voll- oder Teilnarkose?

Ein künstliches Gelenk kann unter Voll- oder Teilnarkose eingesetzt werden. Häufig wird die Operation unter einer so genannten „Spinalanästhesie” durchgeführt, d.h. Sie sind bei Bewusstsein, die Körper- und Schmerzempfindung wird lediglich in der zu operierenden Körperregion betäubt.

Die Operation können Sie jedoch nicht sehen, da das Operationsfeld hinter einem speziellen Vorhang liegt. Bei einer Vollnarkose werden Sie hingegen in Tiefschlaf versetzt. Auch ihr Schmerzempfinden ist komplett ausgeschaltet. Bei beiden Verfahren befinden Sie sich unter ständiger Beobachtung des Narkosearztes.

Risiken

Welche Risiken sind möglich?

Die Implantation eines künstlichen Gelenks ist eines der erfolgreichsten operativen Behandlungsverfahren überhaupt. Dennoch gibt es bei jeder Operation gewisse Risiken.

Allgemeinen Operationsrisiken wie z.B. Blutgerinnsel begegnet man durch die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten während der Operation. Auch nach der Operation werden Sie eine Zeitlang Kompressionsstrümpfe tragen und Medikamente zur Blutverdünnung erhalten. Daneben gibt es spezielle Risiken bei der Implantation eines künstlichen Kniegelenks.

Dazu zählen Infektionen, Gefäß- und Nervenschädigungen oder Knochenbrüche während der Operation. Durch die stetigen Fortschritte der Medizin und die umfangreichen Erfahrungen, die die Ärzte mit dem Routineeingriff einer Kniegelenkoperation haben, sind diese Risiken jedoch selten.

OP Ablauf

Wie sieht der OP Ablauf aus?

Das Gelenk liegt unter verschiedenen Muskelschichten und ist von der sehr festen Gelenkkapsel umgeben, die zu Beginn des Eingriffs vorsichtig geöffnet wird.

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Damit hat der Operateur freien Zugang zum Gelenk. Die verschlissenen Gelenkoberflächen an Oberschenkel und Schienbeinkopf werden mit Hilfe von speziellen Schablonen und Schnittblöcken entfernt und passgenau für die Implantatkomponenten vorbereitet.

Mit Probeimplantaten überprüft der Operateur zunächst die Stabilität und den Sitz des Gelenkersatzes. Dann werden die eigentlichen Implantate implantiert.

Beispiel Knie-Prothese: Der Meniskusersatz aus Polyethylen wird auf die Tibiakomponente aus Metall gesetzt. Je nach Schädigung des Kniegelenks wird abschließend die dem Kunstgelenk zugewandte Kontaktfläche der Kniescheibe künstlich ersetzt (Abb. 3 und 4). Abschließend erfolgt eine letzte Beweglichkeitsprüfung. Nun wird das Kniegelenk wieder eingerenkt und die Wunde verschlossen. Die Implantation des künstlichen Kniegelenks dauert in der Regel eine bis zwei Stunden (Abb. 5).

Die Medizin macht ständig Fortschritte. In den vergangenen Jahren haben sich daher neue schonende Operationsverfahren etabliert. Die so genannten minimal invasiven Eingriffe, auch häufig als „Schlüsselloch-Operationen“ bezeichnet, zielen auf die Schonung der Weichteile ab. Dabei geht es weniger um kleinere Hautschnitte mit kosmetischem Effekt. Vielmehr werden dabei Muskeln, Bänder und Sehnen, die unter der Haut liegen und das Gelenk umgeben geschont: Sie werden nicht durchtrennt, sondern beiseite geschoben. Die Vorteile sind in der Regel weniger Blutverlust während der Operation, eine schnellere Heilung, weniger Schmerzen und eine schnellere Rückkehr in den Alltag. 

Nach der OP

Die ersten Schritte mit dem neuen Gelenk

Wenn Sie nach der Operation aus der Narkose aufwachen, befinden Sie sich zu Ihrer Sicherheit auf der Wachstation, wo Sie vom Pflegepersonal intensiv betreut und überwacht werden. Das ist völlig normal. In der Regel werden Sie bereits einige Stunden später in Ihr Krankenzimmer auf die Normalstation verlegt.

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Mit einer Wunddrainage wird das Wundsekret abgeleitet, um die Bildung von Blutergüssen zu verhindern. In den ersten Tagen nach der Operation werden die Drainageschläuche entfernt. Mit der Gabe von Schmerzmedikamenten wird der Wundschmerz so gering wie möglich gehalten, damit Sie sich ausruhen und körperlich erholen können. Auch nach der Operation erhalten Sie weiterhin Blutverdünnungsmittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln.

Ungewohnt wird ein neues Kleidungsstück für Sie sein: Die Kompressionsstrümpfe müssen Sie nach dem Eingriff tragen. Auch sie verhindern, dass sich in Ihrem Blutkreislauf Gerinnsel bilden. Die Strümpfe dürfen Sie einmal täglich zum Duschen ausziehen, müssen sie aber sofort danach wieder anziehen. Sie werden die Kompressionsstrümpfe auch zu Hause noch tragen müssen. So lange, wie Ihr Arzt dies für nötig hält.

So unterschiedlich die Krankheitsbilder der Patienten sind, so unterschiedlich verläuft auch die Rehabilitation. Meistens werden Sie aber schon am Tag nach Ihrer Operation wieder in eine aufrechte Position gebracht. Und ob Sie es glauben oder nicht: Sie fangen dann auch schon wieder an zu laufen.

Damit Ihre neues Gelenk möglichst schnell perfekt arbeitet, ist die Physiotherapie sehr wichtig – und vor allem Ihre aktive Mitarbeit. Bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff beginnt die Nachbehandlung mit einem physiotherapeutischen Übungsprogramm. Dazu zählen die passive Mobilisation mit einer elektrischen Bewegungsschiene und erste Gangübungen mit den Unterarmgehhilfen. Welche Bewegungen Sie anfangs vermeiden sollten und wie Sie das Bein/Arm belasten dürfen, wird Ihnen Ihr Physiotherapeut genau erklären.

Zwischen dem 10. und 14. Tag nach dem Eingriff werden die Fäden entfernt, und bald können Sie entweder nach Hause oder direkt in eine Reha-Klinik entlassen werden – dort werden Sie für die Rückkehr in den Alltag fit gemacht.

Die so genannte Anschlussheilbehandlung kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Welche Rehabilitationseinrichtung für Sie in Frage kommt, wird der Sozialdienst des Krankenhaus gemeinsam mit Ihnen klären und den Übergang in die Rehabilitationsmaßnahme für Sie veranlassen.